Chronik

Es war im Jahre 1902, als mein Großvater, der Schmiedemeister Johannes Müller, aus der Lüneburger Heide nach Lütjensee kam und hier ein kleines Einfamilienhaus mit Garten erwarb. In einem Anbau entstand eine Schmiede.

Hier arbeitete mein Großvater als Huf- und Wagenschmied für die Landwirte und besonders auch für die Waldarbeiter. Manch alter Einwohner aus Lütjensee wird sich noch daran erinnern. Dieser oder jener Haushalt mag auch noch eine Axt oder ein Beil mit einem “M“ aus der handwerklichen Kunst meines Großvaters besitzen.

EinfamilienhausEinfamilienhaus

Der Krieg 1914/1918 brachte das begonnene Werk wieder zum Erliegen. Ein neuer Anfang musste gemacht werden.

Doch dann versetzen die Inflation, den im Aufbau befindlichen Betrieb, den zweiten finanziellen Schlag.

Als drittes Übel folgte die Währungsreform. Der Mast, an den mein Vater, Hermann Müller sich so lange hatte klammern können, war nicht mehr da. Nun wurde die Sache für meinen Vater ernst. Zäh bereitete er sich darum auf die KFZ- Meisterprüfung vor und bestand diese im Jahre 1951.

Das Schmiedehandwerk, mehr und mehr durch die Mechanisierung verdrängt, wich einer KFZ- Werkstatt, an der seit 1926 Benzin und Benzol für Lastwagen aus einer Fasspumpe verkauft wurden.

SchmiedeSchmiede

Einige Jahre später wurde der erste Erdtank in den Vordergarten gelegt und der Kraftstoff wurde mit einer Fasspumpe der Firma “Shell“ aus dem Erdtank gepumpt.

1956 wurde hier im Ort das alte Kopfsteinpflaster aus längst vergangenen Tagen durch eine breite Betonstraße ersetzt. Nur 100 Meter weiter, vom alten Standpunkt entfernt, entstand direkt an der Hamburger Str. 43 unsere neue KFZ- Werkstatt mit Tankstelle, an der meine Mutter, Luise Müller, meinen Vater, Hermann Müller wie all die Jahre tatkräftig unterstützte.

Im Jahre 1986, ich, die Tochter, hatte inzwischen den KFZ-Mechaniker Eckard Heller geheiratet, konnte die Tankstelle Dank seiner Tüchtigkeit abermals modernisiert werden. Mit größeren Tanks, mehreren modernen Zapfsäulen und einer Überdachung wurde dem Fortschritt nochmals Rechnung getragen.

Am 19. Januar 1990 wurde dann der neu bebaute Tankstellen-Verkaufsraum “Shop“ mit Tabakwaren, Zeitschriften, Süßigkeiten und Getränken neu eröffnet.

Durch die neuen Umweltauflagen, die wir bis zum 31.12.1997 zu erfüllen hatten, (fahrbahndichte Decke und Abgasrückführung) mussten wir 1997 unsere Tankstelle abermals auf den neuesten Stand umbauen.

StraßenbauStraßenbau

Um den Tankstellenbetrieb während der 8 wöchigen Bauphase aufrecht erhalten zu können, wurde auf dem Parkplatz vor dem Wohnhaus, eine kleine provisorische Tankstelle mit 2 Säulen errichtet. Am 11.10.1997 konnten wir unsere neue, moderne Tankstelle mit 21 Zapfpunkten wieder in Betrieb nehmen. Leider konnte mein lieber Vater, Hermann Müller dieses Ereignis nicht mehr miterleben, da er am 3.10.1997 verstarb. Im Werkstatt-Pflegebereich mussten wir Umbau- und Neubaumaßnahmen ergreifen, um die Auflagen zu erfüllen. AU-Raum, Sozialräume, sowie eine moderne Waschanlage, die wir umweltfreundlich, auf den neuesten Stand, Wasseraufbereitungsanlage gebaut haben, wurde im Frühjahr 1998 in Betrieb genommen.

Nach dem Tod meines Vaters, Hermann Müller, wurde unser Sohn, Stefan Heller, KFZ-Meister, Geschäftsführer in unserem Betrieb.

Ingeborg Heller

TankstelleTankstelle